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Initialzündung von Ministerin Bauer wird von Kleinstpartei blockiert
28.08.2026 / Rainer Juriatti
Seit vielen Jahren engagieren sich zahlreiche Vertreter*innen der Sternenkindhilfe aktiv für den gestaffelten Mutterschutz, angelehnt an das Vorbild der Regelungen in Deutschland. Im vergangenen Jahr wurde seitens des Verbandes dazu Natascha Sagorski nach Graz eingeladen und einige Nationalratsabgeordnete wohnten dem Referat der deutschen Bundestagsabgeordneten bei.
Unter den österreichischen Repräsentant*innen aller im Parlament vertretenen Parteien auch Fiona Fiedler, Abgeordnete jener Kleinstpartei, die derzeit an den Hebeln der Macht sitzt. Die Berufspolitikerin gab sich höchst verständnisvoll und sagte dem Expert*innen-Auditorium von rund 80 Personen zu, ihre Partei werde sich massiv für die längst fällige Mutterschutz-Gesetzesänderung einsetzen. Die selbe Zusage wurde von der ÖVP-Nationalratsabgeordneten Johanna Jachs ausgesprochen.
Rasche Umsetzung von Ministerin gewünscht
Einige Wochen darauf verkündete die Familiensprecherin der Partei, der Fiona Fiedler angehört, man sei aus Gründen der als bedroht zu betrachteten Fristenregelung gegen den Mutterschutz – für die Sternenkindhilfe in Österreich ein Schlag ins Gesicht. Tatsächlicher Hintergrund – das war allen sofort klar – war vielmehr eine wenige Tage zuvor von der ÖVP-Familienministerin Bauer (damals Plakolm) abgehaltene Pressekonferenz, in der diese erklärte, den Sternenkind-Mutterschutz rasch umsetzen zu wollen – womit die wohlwollende Haltung der ÖVP-Nationalratsabgeordneten Johanna Jachs unglaublich rasch konkretisiert worden war.
Schweigen anstelle sachlicher Auseinandersetzung
Es folgten seitens unseres Verbandes einige Ansuchen und Anträge zum Gespräch. Ab dem Zeitpunkt der Absage an den gestaffelten Mutterschutz wurde allerdings kein einziges E-Mail von der Abgeordneten Fiedler oder ihren Parteikolleg*innen mehr beantwortet. Jeder Kommunikationsexperte weiß das zu deuten: Zum einen vertreten wir in deren Augen keine wahlrelevante Personengruppe und zum zweiten möchte man das Thema nicht weiter forcieren, schon gar nicht möchte man von seinem Standpunkt womöglich abgehen müssen.
Unsere Reaktion darauf gestaltete sich ab Frühling 2026 provokanter, indem wir begannen, „offene Briefe“ zu verfassen, jeweils an alle Abgeordneten der Parteien – sodass immer alle über alles informiert sind. Auf einen dieser Briefe vor einer Woche hat die Abgeordnete Fiedler sehr aufgebracht reagiert und greift darin besonders den in ihren Augen beleidigenden „Stil“ von Rainer Juriatti an. Allerdings tätigt sie zum Mutterschutz eine Aussage, die zu diesem Artikel hier führt:
Fragwürdige Argumentation
Zitat: „Nach wie vor, bin ich auch der Meinung, dass hier etwas passieren muss. Allerdings habe ich mich nie für den gestaffelten Mutterschutz ausgesprochen, sondern immer betont, dass wir uns die Sache ansehen müssen! Allerdings kommen immer mehr Forderungen aus eurer Richtung hinzu, die aus frauenpolitischer Sicht bedenklich sind. Daher auch die Presseaussendung der Kollegin Brandstötter als Frauensprecherin!“
Rainer Juriatti zu den Aussagen
Nun stellt sich die Frage: Was meint Fiedler mit „aus unserer Richtung“ sowie „immer mehr Forderungen“? Seitens des Verbandes wurde in Absprache mit den 80 Teilnehmenden der Fachtagung 2025 festgelegt, den Wunsch zu äußern, man möge dem Beispiel in Deutschland folgen. Nicht mehr und nicht weniger.
Zu den persönlichen Angriffen der Politikerin sagt Juriatti: „Wenn Frau Fiedler nach Monaten des Ignorierens unserer Zuschriften meinen Kommunikationsstil kritisiert, dann möchte ich darum bitten, den eigenen Stil – das Totschweigen der Bedürfnisse von Sternenkindmüttern – zu überdenken. Ich schreibe Politikern nicht, weil mir fad ist, und schon gar nicht, um nett zu sein, wünsche mir hingegen vielmehr, dass hochbezahlte Volksvertreterinnen nett sind zu den Sternenmüttern von heute und die Adaption des Mutterschutzgesetzes nicht weiter blockieren. Ich möchte empfehlen, an die Abgeordnete zu schreiben, um meinungsbildend auf die offenkundig Unsensible einzuwirken“.
Pressemeldung nach der ÖVP-Pressekonferenz im Herbst 2025.
Pressemeldung der Kritik aus Reihen der Koalitionspartner.
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