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Elisabeth Kormann mit unserer Vereinsobfrau Vera Juriatti bei der Einweihung des Gedenkortes im Grazer Umland.
Elisabeth Kormann bei der Einweihung einer Gedenkstätte
6.11.2024 / rj
(4.11.24/rj) Unlängst wurden wir wieder zu einer Einweihung eines Sternenkind-Grabes mit Gedenkstätte eingeladen. Es sei mir erlaubt, offen zu bekennen, dass solche Einsegnungen im Grunde stets den selben Ablauf aufweisen: Dankesworte, Künstlerworte, Betroffenheitsgeschichten, Salbungsworte, Segnungsworte, Abschiedsdankesworte, dazu sinnige Musik. In der Anmoderation wurde dies bestätigt und die „Worte einer betroffenen Mutter“ wurden angekündigt.
Dann, nach rund 45 Minuten war man zu diesem Programmpunkt vorgedrungen und ich erwartete die inhaltlich üblichen Erzählungen einer Frau, die ihr verstorbenes Kind beklagt – ein legitimer, sich stets wiederholender Moment solcher Feiern. Doch weit gefehlt: die Rednerin, Frau Elisabeth Kormann, bestach durch eine wunderbar wohltuende Sachlichkeit, als sie davon erzählte, wie es sich vor einundzwanzig Jahren beim Tod ihrer Tochter verhielt, als diese mit dem Krankenhaus-Sondermüll verbrannt wurde, als man gesellschaftlich keinerlei Bewusstsein für die Trauer einer jungen Mutter aufbrachte; als vielmehr davon ausgegangen wurde, dass es vielen passiert und der Tod eines Kindes damit als verschwindend geringe Größe im Fluss der Gesamtstatistik anzusehen ist und „man sich nicht so aufführen soll“. Elisabeth Korman unterstrich durch ihre herzliche und zugleich von großer Sachlichkeit getragene Rede die Bedeutung des heutigen Umgangs mit der Thematik. Sie sprach Tabus im Tabu an und betonte, dass es keinem Menschen zustehe, über die Not und die Gefühle eines anderen Menschen zu urteilen.
Die Einweihung des neuen Steins in einer kleinen Gemeinde im Umland von Graz ist ein weiterer Schritt, unsere Sternenkinder auf angemessene, feine Weise bis in den letzten Winkel unseres Landes zu tragen. Dass es noch viel mehr solcher Orte brauche, möglichst in jeder einzelnen Gemeinde Österreichs, das betonte Elisabeth Kormann. Ich stimme ihr zu und ergänze: Und jeder Tod eines Kindes muss im Gemeinde- oder Pfarrblatt vorkommen, damit das Kind offiziell in der Gemeinde aufgenommen ist und den Eltern ohne Gemauschel kondoliert werden kann.
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